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FILM

SYNOPSIS

Der Sommer 376 n. Chr. Die gotische Kriegerin Elja muss den hoffnungslosen Kampf gegen die marodierenden Hunnen aufgeben und sucht mit ihrer Sippe Schutz im Römischen Reich.

Hier wartet sie vor der Grenze auf Order und Versorgung von Seiten der römischen Behörden. Elja versucht trotz Sprachbarriere die undurchsichtigen Pläne der Römer zu verstehen. Widerstrebend muss sie ihr Schwert abgeben und der Heermeister Cossus eröffnet ihr, dass sie als Frau in Rom nie als Kriegerin anerkannt werden wird. Sie sieht sich dem angeblichen Bündnispartner und seinen Gesetzen hilflos ausgeliefert. Warum wird sie wie eine Kriegsgefangene behandelt? Wieso darf sie mit ihrer Sippe nicht weiter ziehen? Was passiert, wenn die Hunnen das Lager erreichen?

Auch der gotische Glaube – und so zunehmend Eljas gesamte Identität – wird auf die Probe gestellt. Als Cossus die gotischen Sippenführer überraschend in sein Zelt beruft, überschlagen sich die Gemüter und die Ereignisse.

HISTORISCHER KONTEXT

Zum Ende des 4. Jahrhunderts setzt das berittene Volk der Hunnen die europäischen Stämme zunehmend unter Druck. Zu allererst trifft es die Ost- und Westgoten oberhalb des heutigen Balkangebietes. Diese fliehen in heillosem Entsetzen und sammeln sich am Nordufer der Donau. Sie bitten das Römische Reich um Aufnahme und Schutz.

Kaiser Valens nimmt die Flüchtlinge wohlwollend auf – das geschwächte Rom muss die Reihen des Heeres auffüllen und erhofft sich durch Ansiedlung der Neuankömmlinge eine Stabilisierung der Lage in Angesicht des Hunnensturms.

In den Flüchtlingslagern gestaltet sich die Versorgung schwieriger als erwartet. Zudem bereichern sich einige römische Verwalter an den Schutzsuchenden. Hilfsgüter werden zurückgehalten, Familien verkaufen Kinder in die Sklaverei. Die Stimmung kippt.

Als der Heermeister Lupicinius zu einer Versammlung lädt, sind seine Motive unklar: Will er schlichten? Oder soll ein gezieltes Attentat auf versammelte gotische Anführer die Strukturen der Stämme zerschlagen? Fakt ist: Das Mahl gerät zu einer Katastrophe – die Lage eskaliert.

DIRECTORS NOTE

Die heutige Flüchtlingsdebatte überschattet sich zunehmend mit wirtschaftlichen Bedenken, individuellen Umständen und Befürchtungen. Es herrscht die Rhetorik des »Wir« und »Die« vor. Dies alles ist jedoch nicht hilfreich für das Bewältigen dieser Herausforderung. In diesem Film geht es nun vor allem um die Bewusstwerdung, dass das notbedingte Wandern keine Ausnahme, sondern eine Regel der Menschheitsgeschichte darstellt, was also auch heißt, dass jeder zum Flüchtling werden kann.

Wir bieten mit diesem Film keineswegs die sanfte Lösung für die »Krise«, doch ebenso wichtig wie das handfeste Anpacken vor Ort ist die Öffnung der Gemüter hinzu einem tieferen Verständnis dieses humanitären Notstands in seiner weltgeschichtlichen Dimension. Das kann Film leisten – und so erzählen wir die Geschichte von Elja – eine Ur-Europäerin und eine Flüchtende im 4. Jahrhundert nach Christus.

– Willi Kubica

PRODUCERS NOTE

Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass kochen in unserer Gesellschaft mehr denn je hoch. Wir sehen uns als Filmemacher in der Verantwortung, unser Medium zu nutzen, um ein Verständnis für Menschen in Not herzustellen und eine Haltung zu entwickeln, die nicht von Intoleranz geprägt ist. Gleichzeitig sind wir uns der derzeitigen medialen Übersättigung zum Thema Flüchtlingskrise bewusst. Die Relevanz unseres Anliegens soll daher für das Publikum genauso Anreiz sein wie der Unterhaltungsaspekt, sodass das Thema trotz aller Vorbehalte in der aktuellen Situation die Öffentlichkeit erreicht. »Elja« erfüllt in seiner filmischen Existenz zunächst eine grundlegende Unterhaltungsfunktion. Wir erzählen eine mitreißende Geschichte in einer atmosphärischen Welt, die an Fantasyszenarien anknüpft, die bereits bei Fan-Communities rund um »Game of Thrones« und der Live-Action-Role-Play-Szene beliebt und bekannt sind. So sprechen wir durch überzeugende Ausstattung, ästhetisch bestechende Bilder und eine starke Story ein möglichst breites Publikum an und leisten zugleich einen intensiven filmischen Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Umgang mit Flüchtenden.

– Julia Deumling und Theresa Bacza